Das Reservoir der bildnerischen Arbeiten von Joseph Beuys (Krefeld 1921 – 1986 Düsseldorf) speist sich aus einer Haltung, die kompromisslos auf Totalität zielt. Plastik ist für ihn „schlechthin alles“ und alle Menschen sind Mitglieder der lebendigen Substanz dieser Welt. Schon früh, während seiner Studienzeit an der Düsseldorfer Akademie bei Ewald Mataré, entstanden Arbeiten, die Beuys später als „Batterie“ für sein weiteres Werk beschrieb, denn sie boten ihm eine unglaubliche Kraftreserve, die er fortan erschloss.
Von Anfang an geht es dem Künstler darum, eine offene Form für das beständig sich wandelnde Lebendige zu finden und Material, Form und Aussage zur Deckung zu bringen. Sein ausgeprägtes Interesse gilt der Natur, die Morphologie der Naturerscheinungen gehört zu seinen Kernthemen. Er befasst sich mit Tieren, Pflanzen und Menschen, und stets verbindet er die Erfahrung der Gegenwart mit einer archaischen Dimension. Joseph Beuys hat, über die herkömmliche Vorstellung von Plastik weit hinausgehend, als Mitglied der internationalen Fluxus- und Happening-Bewegung seit Beginn der sechziger Jahre deren neodadaistische Provokation mit dem Banalen zu einem Mysterienspiel mit kargem Inventar gesteigert.
Die Führung versucht, Urteile und Vorurteile über eine der streitbarsten Künstlerpersönlichkeiten des 20. Jahrhunderts aufzudecken, sichtbar beziehungsweise nachvollziehbar zu machen und seine Werke vielleicht „neu“ zu bewerten.
Dienstag, 7. Februar 2012, 15.00 Uhr ausgebucht
Pinakothek der Moderne
Theresienstraße 33, Bus 100, Tram 27 Haltestelle Pinakotheken
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